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KI-Ausschreibungen im öffentlichen Sektor: Was 45 Projekte pro Woche verraten

Der öffentliche Sektor sucht massiv nach KI-Kompetenz – 45 Projekte pro Woche. Was die Ausschreibungen über den Reifegrad und die Chancen verraten.

Simon Schilling
Simon Schilling
Gründer & Managing Consultant · LinkedIn

Der öffentliche Sektor wird zum KI-Auftraggeber

Wer glaubt, KI im öffentlichen Sektor beschränke sich auf Pilotprojekte und Innovationslabore, sollte sich die aktuellen Zahlen ansehen: 45 KI-Projekte pro Woche werden derzeit im öffentlichen Sektor ausgeschrieben – von Bund, Ländern, Kommunen und öffentlichen IT-Dienstleistern. Das sind keine Experimentierstudien, sondern operative Vorhaben mit konkreten Budgets.

Zum Vergleich: Security-Projekte liegen bei 78 pro Woche, Cloud bei 63. KI hat sich damit als drittgrößtes Nachfragefeld im öffentlichen Sektor etabliert – und die Dynamik steigt.

Was die Ausschreibungen verraten

1. Strategie vor Implementierung

Die Mehrheit der KI-Ausschreibungen sucht nicht nach Entwicklern, die Modelle trainieren. Gefragt sind Strategieberater und Integratoren, die bei der Planung helfen: KI-Readiness bewerten, Use Cases priorisieren, Governance-Strukturen aufbauen. Der öffentliche Sektor befindet sich mehrheitlich in der Orientierungsphase – und sucht Begleitung.

Für Beratungsunternehmen bedeutet das: Wer ein KI-Readiness Assessment anbieten kann, trifft auf konkrete Nachfrage.

2. Compliance ist kein Hindernis – sondern Voraussetzung

Öffentliche Auftraggeber stellen zunehmend Compliance-Anforderungen in den Vordergrund. EU AI Act, DSGVO und NIS2 sind keine Fußnoten in den Ausschreibungen, sondern Ausschlusskriterien. Wer KI-Projekte im öffentlichen Sektor gewinnen will, muss Governance und Compliance von Anfang an mitdenken.

Das bestätigt einen Trend, den wir auch in der Privatwirtschaft sehen: KI-Integration und Compliance-Expertise verschmelzen. Ein KI-Governance-Framework ist längst kein Nice-to-have mehr.

3. IT-Security bleibt der Elefant im Raum

Mit 78 Projekten pro Woche dominiert Security die Ausschreibungen. Das ist kein Zufall: Die IT-Sicherheitslage im öffentlichen Sektor ist nach wie vor angespannt. Und KI verschärft die Situation – neue Angriffsvektoren durch KI-Systeme, neue Compliance-Anforderungen, neue Abhängigkeiten.

Für KI-Projekte heißt das: Security-by-Design ist Pflicht, nicht Option. Jedes KI-System im öffentlichen Sektor muss die NIS2-Anforderungen erfüllen – zusätzlich zum AI Act.

Zwei Handlungsempfehlungen

Für IT-Dienstleister und Beratungen: Positionieren Sie sich jetzt an der Schnittstelle von KI und Compliance. Der öffentliche Sektor sucht nicht den günstigsten KI-Entwickler – er sucht Partner, die regulatorische Anforderungen verstehen und KI-Projekte compliant umsetzen können.

Für Behörden und öffentliche IT-Dienstleister: Starten Sie mit einer strukturierten Bestandsaufnahme. Welche KI-Systeme sind bereits im Einsatz? Welche Use Cases haben das beste Aufwand-Nutzen-Verhältnis? Ein kompaktes Assessment liefert Klarheit in zwei Wochen – statt monatelanger interner Diskussionen.


Sie planen ein KI-Projekt im öffentlichen Sektor oder möchten Ihre KI-Readiness bewerten lassen? Das KI-Readiness Assessment liefert in zwei Wochen einen fundierten Fahrplan – inklusive Compliance-Check und Use-Case-Priorisierung.

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